JEDIDA LEFEVRE VON PARADEISER

DIE KÜNSTLERIN IM PORTRAIT

Dr. Fürnkranz, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

{...} Ihre Kunst ist eine Reaktion auf ihre Umwelt. Entscheidend für ihren jetzigen künstlerischen "Weg" war sicher die Street-Art (Graffiti), was sie in jungen Jahren selbst gemacht hat. Auch zu erwähnen ihre kunsthandwerkliche Ausbildung zur Vergolderin & Schilderherstellerin. Des Weiteren sieht Jell-Paradeiser die Malerei durchaus als Ergänzung. Also ihre große Leidenschaft zum Kommunizieren ... sprich KUNST & KOMMUNIKATION, denn Kommunikation ist ja auch Kunst. Und Kunst kommuniziert.

 

Jedida Jell-Paradeiser sieht sich als eine Person, die eine große Leidenschaft zur Kommunikation hat und das in ihrem Beruf ausübt. Die Kunst als Berufung ist auch ein Teil der Kommunikation für die Künstlerin. Diese Komponenten sind in sich ergänzend, denn um Paul Watzlawik zu zitieren "Man kann nicht, nicht kommunizieren".

 

In Jell-Paradeisers Werken, die aus oft abstrakten Bildkompositionen bestehen, fließt der im- oder expressionistische Ausdruck. Es ist mitunter auch die emotionale Situation Jell-Paradeisers, die den Stil eines Bildes bestimmt. Und es ist die emotionale Situation des Betrachters/der Betrachterin, die die Ausstrahlung des Bildes lenkt und definiert.

 

Ihre Inspiration findet die Künstlerin in ihrer Umwelt, in jedem Lebensbereich. Das können Begegnungen sein, Situationen, andere Kunstformen wie Filme oder auch Musik (man denke an die Sängerin Monster-Heart) oder Sprache wie "Jeder Untergang braucht seine Utopie" (Standard Redakteur Dominik Kamalzadeh). Zitate wie dieses können sich visualisiert in Jell-Paradeisers Kunst wiederfinden.

 

Gerade die abstrakten Werke, die keinen offensichtlichen Bezug zur abbildbaren Realität haben, wecken Assoziationen, Erinnerungen, die mit eigenen Bildern des Selbsterlebten und Fühlens behaftet sind. Nur so kann ein Bild zum Bild des Betrachtenden  - also zu seinem Bild - werden.

 

Zu Jell-Paradeisers Einflüssen zählen Künstler/innen, die ihren eigenen Weg abseits von gerade angesagten Strömungen und Tendenzen gegangen sind und sich nicht (nur) durch andere künstlerische Institutionen bestätigen ließen, sondern (auch) durch ihre Umwelt. Was nützt Kunst, die keiner versteht? Jell-Paradeiser malt und erschafft Kunstwerke, die sie sich auch selbst an die Wand hängen würde  - und dies auch tut. Der Kreis der Inspiration ist groß, um nur ein paar wenige bekannte Namen zu nennen: William Turner (war ein Impressionist, zu einer Epoche, in der naturgetreu gemalt wurde), Andy Warhol, Valie Export, Hermann Nitsch, André Heller, Helmut Brandl und auch Banksy.

Jell-Paradeisers Arbeiten bestechen durch künstlerische Kraft und Ausdrucksfähigkeit. Die Werkschau beinhaltet Provokatives, Aktuelles, Reaktives, Schönes und  - um es mit den Worten der Künstlerin zu sagen – auch Schirches. Die Verquickung von Pop Art, Street Art, Fotografie und Text schafft eine eigene Dimension, in der sich die unterschiedlichsten Elemente verbinden, um ein Ganzes zu schaffen. Kunst kommuniziert, bewegt, Kunst dekoriert, sie erschafft.

 

Einleitende Worte zur Vernissage dont.panic.2015 am 26. November in der Galerie LUMINA