Ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte

Fotoblog und Erfahrungsbericht über die Oak Alley Plantation in New Orleans U.S.A.

"Make America great again", heißt der Slogan des amtierenden Präsidenten, doch wann war Amerika großartig? Bestimmt nicht in Hinblick auf die Sklaverei, die ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg des Landes war.

Oak Alley Haupteingang

Es ist ein dunkles Kapitel der Geschichte,

das noch immer nur wenig thematisiert wird. Auf „Oak Alley“, eine der berühmtesten Farmen des Bundesstaats Louisiana ist dies nicht der Fall. Hier wird die wahre Geschichte der Südstaaten-Plantagen erzählt.


Vorne Luxus, hinten Horror

Wer den Film „Django Unchained“ oder „15 Years a Slave“ oder auch „Amistad“ gesehen hat, der bekommt ungefähr eine Ahnung davon, wie es ausgesehen haben muss, sein Dasein als Sklave zu führen. Besucht man so einen geschichtsträchtigen Ort in real, zeigt sich genau dieses unmenschliche Bild.


Bei mir hat der Besuch der ehemaligen Zuckerrohrplantage „Oak Alley“, die übrigens schon sehr oft als Filmkulisse gedient hat (z.B. Interview mit einem Vampir), einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und dies ist nicht unbedingt der beeindruckenden Eichenallee geschuldet, die schon zig tausend Mal fotografiert wurde, sondern den dahinter befindlichen Sklavenhütten, die daran mahnen, wer hier die Arbeit verrichtete.



Sklavenunterkunft Oak Alley

Die Hütten waren nur den "besseren" Sklaven, wie dem Hauspersonal und Frauen mit ihren Kindern, vorbehalten. Die Landarbeiter hatten keine Unterkunft und mussten unter freiem Himmel nächtigen. Die Pferde hingegen und andere Tieren hatten einen Stall.


Oak Alley Sklavenunterkunft Eingang

Privatsphäre gabe es dennoch nicht viel. Die Unterkünfte gehörten schließlich den Herren der Farm und diese konnten sie jederzeit betreten. Sie waren ihr Eigentum, so wie die Sklaven ihr offizielles Eigentum waren.


Oak Alley Sklavenunterkunft Schaukelstuhl

Oak Alley Sklavenunterkunft Schlafplatz


Oak Alley Sklavenunterkunft Fenster

Die meisten der Sklaven und Sklavinnen wurden nicht besonders alt, da sie entweder an den Mühen der harten Arbeit auf den Feldern oder den Misshandlungen ihrer Besitzer starben. Auspeitschungen und andere Foltermethoden standen an der Tagesordnung, auch Kinder waren davon nicht ausgeschlossen. Wer versuchte zu fliehen, wurde aufgehängt. Freiheit war nur ein Traum.


Auf dieser Holztafel sind Namen von Menschen geschrieben, die auf der Farm umgekommen sind.


Oak Alley Namen

Oak Alley Sklavenhemd

Dieses Originalhemd zeugt von den Verbrechen. Die Flecken stammen von Blut, vermutlich Spuren einer Auspeitschung.



Oak Alley Eichen

Die berühmten Eichen, die der Farm den Namen geben. Sie sind stumme Zeugen all der Dinge, die hier geschehen sind.



Wer eine Reise nach New Orleans plant, der sollte die Oak Alley Plantage in jedem Fall einplanen. Die Betreiber der "Oak Alley Foundation", die von der letzen Besitzerin ins Leben gerufen wurde, ist sehr bemüht und interessiert daran alle Facetten der Geschichte zu erzählen. Seit kurzem auch in Form der "Conversation Series", die über die persönlichen Schicksale der Menschen erzählt, die dort lebten.

Foto: Richard Sexton / Oak Alley Official