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Ist Kunst eine gute Investition? - Und sollte man in Kunst investieren?

Als Künstlerin bin ich fast dazu gezwungen, JA zu sagen, aber ich möchte euch hier einen ehrlichen Einblick geben, wie es damit aussieht, Kunst nicht nur zum Vergnügen zu kaufen, sondern als Investment-Alternative zu anderen Geldanlagen.




"I need a Dollar Baby" - JL 23


Über den Anreiz und die Risiken des Kunstsammelns

In der Welt der Investitionen nimmt die Kunst eine einzigartige und oft umstrittene Stellung ein. Im Gegensatz zu Aktien, Anleihen oder Immobilien hat Kunst einen individuellen Wert, der über den rein materiellen Wert hinausgeht. Der Preis einer Leinwand und von Farbe ist verhältnismäßig gering. Den Wert bestimmt der Künstler, der Markt und noch viele weitere Faktoren.


Kunst verkörpert kulturelle Bedeutung, historische Relevanz und eine persönliche emotionale Bindung. Dennoch bleibt die Frage bestehen: Ist Kunst eine gute Investition?


Die Anziehungskraft von Kunst als Investition

+ Potenzial für Renditen: Aufsehen erregende Verkäufe in Auktionshäusern wie Christie's und Sotheby's sorgen oft für Schlagzeilen mit rekordverdächtigen Preisen für Werke von Künstlern wie Picasso, Basquiat und Koons. Diese Geschichten schüren den Glauben, dass Kunst eine lukrative Investition ist, die beträchtliche Renditen abwirft. Was in diesem Bereich in den meisten Fällen auch stimmt. Nur wer hat schon so viel Geld? Und auch die Werke von getypten Kunstschaffenden können ihren Wert auch wieder verlieren, siehe Jeff Koons. Im allgemeinen Kunstmarkt hingegen geht es sehr selten nach unten. Kauft man Werke von jungen, aufstrebenden Künstlern, stehen die Chancen sehr gut, dass ein Werk im Laufe der Jahre an Wert gewinnt.


+ Greifbarer Vermögenswert: Kunst ist ein greifbarer Vermögenswert, im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen. Sammler haben Freude daran, ihre Investitionen zu besitzen und auszustellen, die zudem im Laufe der Zeit an Wert gewinnen können.


+ Diversifizierung: Die Aufnahme von Kunst in ein Anlagen-Portfolio kann zur Diversifizierung beitragen. Da sich der Kunstmarkt nicht im Gleichschritt mit den traditionellen Finanzmärkten bewegt, kann er eine Absicherung gegen Inflation und Marktschwankungen bieten. Darüber hinaus bietet Kunst einen stabilen Wert. In der Regel kostet Werk XY nach zehn Jahren noch immer denselben Preis.


Kultureller und sozialer Status: Kunstinvestitionen sind auch ein kulturelles Kapital, das Kunstschaffende in ihrem Tun unterstützt und andererseits dem Sammler zu einem gewissen gesellschaftlichen Status verhelfen kann. In jedem Fall - sofern das Kunstwerk an der Wand hängt, ist es eine Investition, die jeden Tag Freude macht. So gesehen - unbezahlbar ;-)


Die Risiken und Überlegungen

- Undurchsichtigkeit des Marktes: Der Kunstmarkt ist notorisch undurchsichtig und wenig reguliert, was es für Neulinge schwierig macht, sich zurechtzufinden. Die Preise können sehr subjektiv sein und von Trends, Kritikermeinungen und dem Ruf von Galerien und Auktionshäusern beeinflusst werden. In jedem Fall zahlt es sich aus, kleinere Kunst-Events oder Publikums-Messen zu besuchen. Kunst sollte man nur kaufen, wenn sie auch tatsächlich gefällt!


- Illiquidität: Im Gegensatz zu Aktien oder Immobilien kann Kunst sehr illiquide sein. Der Verkauf eines Kunstwerks zum gewünschten Preis kann Zeit in Anspruch nehmen, und die Marktnachfrage kann je nach Geschmack und wirtschaftlichen Bedingungen schwanken.

- Keine laufende Einkommensgenerierung: Im Gegensatz zu Dividenden aus Aktien oder Mieteinnahmen aus Immobilien generiert Kunst kein Einkommen, während sie an Wert gewinnt. Die Investitionsrendite wird erst beim Verkauf erzielt.


FAZIT:

Kunst kann, neben der Freude an der Kunst, auch ein mögliches rentables Investment darstellen. Dabei sollte man sich umfassend vorab informieren und vielleicht das erste Kunstwerk bei einer/m Kunstschaffenden kaufen, die man persönlich kennt oder den man empfohlen bekommen hat. Ebenso ist der Besuch in Galerien und Publikums-Messen empfehlenswert. Die Leidenschaft für die Kunst sollte dabei immer an erster Stelle stehen, Investitionsüberlegungen an zweiter Stelle.

Hat man ein schönes Kunstwerk an der Wand hängen, das Freude bereitet, ist das schon fast unbezahlbar - so gesehen ein gutes Investment ;-)


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